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Die St. Hubertus- Schützenbruderschaft 1417 Brilon

Die St. Hubertus- Schützenbruderschaft 1417 Brilon ist eine der ältesten Schützenbruderschaften im Sauerland. Ihre Statuten stammen vom 2. Februar 1417. Diese Statuten sind die ältesten im Wortlaut erhaltenen Satzungen einer westfälischen Schützenbruderschaft. Eine bis heute erhaltene Abschrift wurde um 1450 angefertigt.

Der heutige Verein geht auf eine mittelalterliche Schützengesellschaft zurück und zählt zu den ältesten Vereinigungen dieser Art in Westfalen. Die Jahreszahl 1417 im Namen der Bruderschaft bezieht sich auf das Jahr ihrer ersten Satzung. Daher konnte sie im Jahr 2017 ihre 600- Jahrfeier begehen. Die im Sauerländer Schützenbund als Dachverband zusammengeschlossenen Schützenvereine und -bruderschaften verstehen sich heute als Schützer von Glaube, Sitte und Heimat. Aus alter Tradition können nur Männer Mitglied der Bruderschaft werden. Zurzeit zählt die St. Hubertus- Schützenbruderschaft ca. 2.400 Mitglieder.

Geleitet wird der Verein von einem vierzig köpfigen Vorstand unter dem Vorsitz des Schützenmajors und dem Propst der Propsteigemeinde Brilon als Präses und geborenem Mitglied der Bruderschaft.

Wie bei den Schützenbruderschaften und -Vereinen üblich, veranstaltet die St. Hubertus-Schützenbruderschaft jedes Jahr Ende Juni ein Schützenfest, bei dem die gesamte Briloner Bevölkerung und auch Gäste eingeladen sind. Dieses dreitägige Fest wird alle zwei Jahre durch die Briloner Schnade ergänzt. Zu den Veranstaltungen der drei Festtage kommen ca. acht- bis neuntausend Besucher in die Schützenhalle.

Am Morgen des letzten Schützenfesttages wird von den Schützenbrüdern auf einen Holzvogel geschossen. Wer den letzten Rest von der Vogelstange holt, ist der neue Schützenkönig. Er wählt sich eine Schützenkönigin, die ihm zur Seite steht. Begleitet wird das Königspaar bei den Festzügen von den festlich gekleideten Damen und Herren des Hofstaats.


Die Schützenhalle

Die Briloner Schützenhalle, mit einer Fläche von ca. 3.500 m², wurde 1924 nach Plänen und unter der Bauleitung von Baugewerksmeister Josef Kraft errichtet. Als Vorbild diente eine Halle in Erwitte. Das Gebäude ist zum größten Teil eine Holzkonstruktion und mit Schiefer gedeckt. In den Grundstein wurden eine Urkunde und drei Erinnerungsmedaillen eingemauert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Schützenhalle als Lager und Kraftwagenhalle für die Amerikaner. Das Gebäude wurde arg in Mitleidenschaft gezogen und drohte einzustürzen. Von 1948 an wurde es umfangreich renoviert und auch erweitert.
Um der Briloner Bevölkerung einen Festsaal für ca. 400 Personen zu bieten, wurde im Jahr 1998 der Hubertussaal angebaut.

Die Schützenhalle ist denkmalgeschützt und wird ohne staatliche Zuschüsse nur durch die Einnahmen aus Vermietungen und Festen unterhalten. Der Vorstand und einige Schützenbrüder leisten jedes Jahr ehrenamtlich über 3.000 Stunden bei Arbeitseinsätzen für Reparaturen, Umbauten der Einrichtung und Vorbereitungen für Feste.

Genutzt wird die Halle natürlich hauptsächlich für das jährliche Schützenfest. Aber auch andere Veranstaltungen wie das Schützenfest der Menschen mit und ohne Behinderungen, Ausstellungen und Konzerte finden in der großen Halle statt. Zugelassen ist sie für bis zu 3.500 Besucher. Die kleineren Räume, wie der Hubertussaal und die Schützenstube, dienen für kleinere Feste der Schützenbruderschaft sowie für Vereins- und Familienfeiern.

Näheres über unsere Schützenbruderschaft und die Schützenhalle erfahren sie im Internet unter: www.schuetzen-brilon.de


Der Briloner Schnadezug

Inbegriff Briloner Brauchtums und Traditionspflege ist der Schnadezug, mit dem die Briloner Bürger im zweijährigen Rhythmus in insgesamt fünf Abschnitten ihre Grenzen kontrollierend abgehen. Der Begriff Schnade kommt von schneiden im Sinne von trennen und steht für die Grenzen zwischen verschiedenen Territorien.

Der erste überlieferte Schnadezug fand am 24. Juni 1388 statt, wobei die Stadt Brilon mit der Grafschaft Waldeck einen Vertrag über die Grenzziehung zwischen der Keffliker und der Willinger Mark abschloss. Spätestens seitdem werden die durch Steine markierten Grenzen regelmäßig kontrolliert. Eine bedeutende Rolle bei der Schnade spielten die Schützen, die als waffentragende Organisation bei Grenzstreitigkeiten den Forderungen ihrer Stadt Nachdruck zu verleihen hatten.

Alten Traditionen folgend verläuft auch heute der Schnadezug, dessen Teilnehmer jedem Wetter trotzen, innerhalb fester Regularien. Fast immer um Johanni (24. Juni) stattgefunden, wird heute das seit 1569 in der Nähe desselben Termins stattfindende Schützenfest seit den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts am Montag für den Schnadegang unterbrochen. Briloner, die es in die Fremde verschlagen hat, zieht es zu diesem Tag zurück in die Heimat, wobei sogar die Weltmeere kein Hindernis darstellen.

Früh morgens trifft sich die männliche Bevölkerung am Marktplatz. Die Schützen holen den Bürgermeister und den Stadtschreiber mit Schnadestandarte sowie Forstdirektor, Schützenmajor und Schützenkönig ab, die neben dem Schützenadjutanten und dem Träger der Bürgerfahne zu Pferde die Schnade begehen, nachdem bis vor einigen Jahren noch ein großer Tross von Reitern zum Bild der Schnade gehörte.

Nach Begrüßungsworten, Verlesen des Schnadeweges und Gesang setzen sich unter klingendem Spiel tausende von Männern, angeführt durch die Mannesjugend, die Reiterei und die Schützen, in Bewegung. Wie ein Kilometer langer Lindwurm ziehen sie zur Grenze, wo der erste Schnadestein (Grenzstein) wartet. Der Stadtschreiber verliest einen Gruß an und von dem Stein sowie Grenzverträge, die dort vor vielen Generationen geschlossen wurden. Mit Delegationen der Grenznachbarn werden die heute freundschaftlichen Beziehungen bekräftigt.

Anschließend werden deren Teilnehmer unter dem Schlachtruf "Düt is alles use!" (Das gehört alles uns!) gestutztäst, d.h. mit dem Hinterteil dreimal vor den Stein gestoßen. Eine Urkunde und Plakette sind heute Dank und Erinnerung an diesen Akt, ohne den man kein echter Briloner werden kann. Die den Neubürger zum Stein Tragenden lassen sich die Strapazen ihrer "Patenschaft" durch eine flüssige Runde desselben versüßen.

"Schnadebruder, vergiß nicht, nach der Verlesung des ersten Rezesses, den Grenzstein mit Deinem Blumenstrauß vom Hut zu krönen und einen Eichenbruch an Deinen Hut zu stecken!"

Vom ersten Stein der Grenze entlang wird am späten Vormittag der Frühstücksplatz erreicht, wo bis mittags eine Rast eingelegt wird. Von hieraus geht es weiter, immer noch der Grenze folgend, bis zum Lagerplatz, zu dem auch die Damen Zugang haben. Volksfestartig wird hier gefeiert, bis am frühen Abend der Rückmarsch zur Stadt beginnt, jedoch nicht ohne vorher für die nächsten zehn Jahre Abschied vom letzten Schnadestein genommen zu haben. In der Stadt angekommen, zieht die nun durch die Frauen vergrößerte fröhliche Schar unter dem Geläut der Kirchturmglocken dreimal um den Kump, den Petrusbrunnen auf dem Marktplatz, wobei sich dieser Kreis der Größe wegen bis zur Oberen Mauer auf die Straßen rund um den Markplatz ausdehnt. Mit der Verabschiedung der Offiziellen der Stadt und der Schützen nebst Schnadestandarte und Fahnen auf der Rathaustreppe endet der Zug, bis es in zwei Jahren wieder heißt: "Brilon, auf zur Schnad´.

Mehr Informationen über die Briloner Schnade können sie auf den Internetseiten der St. Hubertus- Schützenbruderschaft 1417 Brilon finden.